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Claude: Datenschutz-Einstellungen prüfen

Eine Checkliste für Büros: Was Sie bei Claude in den Datenschutz-Einstellungen prüfen, welche Daten tabu sind und wie Sie die Antworten kontrollieren.

15 Min. Einsteiger Stand:

Wofür das gut ist

Bevor ein Büro mit einem KI-Assistenten arbeitet, sollte klar sein: Wer sieht meine Eingaben, wofür werden sie verwendet, und was gebe ich besser gar nicht erst ein? Diese Anleitung führt Sie durch eine kurze Prüfung am Beispiel von Claude. Sie ersetzt keine Datenschutzberatung, sorgt aber dafür, dass Sie die richtigen Fragen stellen und die Einstellungen kennen, bevor der erste Kundenfall im Chat landet.

Die Angaben unten stammen aus der Datenschutz-Hilfe von Anthropic, dem Hersteller von Claude (Stand November 2026). Oberflächen und Bedingungen ändern sich. Maßgeblich ist immer, was in Ihrem Zugang und in den aktuellen Hinweisen des Anbieters steht.

Was Sie brauchen

So geht es

  1. Tarif klären. Anthropic unterscheidet private Tarife (Free, Pro, Max) und Geschäftsprodukte wie Team, Enterprise oder die Schnittstelle für Entwickler (API). Für beide gelten unterschiedliche Regeln. Schauen Sie nach, welchen Tarif Sie nutzen.
  2. Private Tarife: Training prüfen. Öffnen Sie in Claude die Einstellungen und dort den Bereich Datenschutz. Hier entscheiden Sie, ob Ihre Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle verwendet werden dürfen. In der englischen Oberfläche heißt der Schalter “Model Improvement”. Laut Anthropic gilt: Ist er eingeschaltet, können neue Unterhaltungen von Ihrem Konto getrennt bis zu fünf Jahre für das Training aufbewahrt werden. Entscheiden Sie bewusst und halten Sie die Entscheidung schriftlich fest.
  3. Inkognito nutzen. Laut Anthropic werden Inkognito-Chats nicht zum Training verwendet, auch wenn der Schalter eingeschaltet ist. Das ist eine Möglichkeit für einzelne Gespräche, ersetzt aber nicht die Regel, welche Daten gar nicht hineingehören.
  4. Löschen und Bewerten. Löschen Sie Gespräche, die Sie nicht mehr brauchen. Laut Anthropic verschwinden gelöschte Chats sofort aus Ihrem Verlauf und werden innerhalb von 30 Tagen aus den Speichern des Anbieters entfernt. Vorsicht beim Daumen nach oben oder unten unter einer Antwort: Solche Rückmeldungen speichert Anthropic bis zu fünf Jahre, und sie können für das Training genutzt werden. In Gesprächen mit vertraulichem Inhalt lassen Sie diese Knöpfe deshalb besser aus.
  5. Geschäftsprodukte: Vertrag prüfen. Bei den Geschäftsprodukten verwendet Anthropic Ihre Eingaben und Antworten laut eigener Hilfe standardmäßig nicht zum Training, außer bei Rückmeldungen oder ausdrücklicher Zustimmung. Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung (englisch “Data Processing Addendum”) ist laut Anthropic automatisch Teil der gewerblichen Nutzungsbedingungen. Für die privaten Tarife gilt er nicht. In Team- und Enterprise-Tarifen können die Inhaber der Organisation laut Anthropic in den Organisationseinstellungen unter “Data and Privacy” die Bewertung von Chats abschalten (Einstellung “Rate chats”).
  6. Fachperson fragen. Für berufliche Daten mit Personenbezug braucht es in der Regel einen Geschäftstarif mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Ob das für Ihren Betrieb reicht, klären Sie mit Ihrer Datenschutzbeauftragten oder Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer anderen Fachperson.
  7. Hausregel schreiben. Legen Sie fest, was nie eingegeben wird (siehe Prompt unten), und halten Sie es in einer kurzen Hausregel schriftlich fest.
  8. Wiederholen. Wiederholen Sie die Prüfung in regelmäßigen Abständen, etwa einmal im Quartal, denn Einstellungen und Bedingungen können sich ändern.

Der Prompt

Mit diesem Prompt lassen Sie sich helfen, eine Hausregel für Ihr Büro zu entwerfen. Wichtig: Geben Sie darin keine echten Daten ein, nur Beschreibungen.

Du hilfst mir, eine einfache Hausregel für den Umgang mit KI-Assistenten in unserem Büro zu entwerfen. Du bist kein Rechtsberater, deine Vorschläge prüft später eine Fachperson.

Unser Betrieb: [Branche, z. B. Hausverwaltung, Anzahl Mitarbeitende]
Diese Arten von Daten kommen bei uns vor: [z. B. Namen und Adressen von Kunden, Verträge, Bankdaten, Gesundheitsdaten, Mitarbeiterdaten]
Wir nutzen den Assistenten für: [z. B. Texte entwerfen, E-Mails umformulieren, Tabellen auswerten]

Erstelle bitte:
1. Eine Liste mit "Das geben wir nie ein" in höchstens acht Punkten, passend zu unseren Datenarten.
2. Eine Liste mit "Das ist in Ordnung" mit drei bis fünf Beispielen, etwa Texte ohne Personenbezug.
3. Zwei Tricks, wie man Daten vor der Eingabe unkenntlich macht, zum Beispiel durch Ersatzwörter wie "Kunde A" statt des echten Namens.
4. Drei Fragen, die wir unserer Datenschutzberatung stellen sollten, bevor wir den Assistenten dienstlich nutzen.
Schreibe in einfacher Sprache, in kurzen Sätzen, für Mitarbeitende ohne Technikkenntnisse.

Ein Beispiel

Ein erfundenes Büro: Die “Muster Hausverwaltung GmbH” mit zwölf Mitarbeitenden gibt als Datenarten an: Mieternamen, Adressen, Mietverträge, Mahnungen. Als Einsatz nennt sie das Umformulieren von Rundschreiben.

Ein brauchbares Ergebnis enthält zum Beispiel: “Nie eingeben: vollständige Namen von Mietern, Kontodaten, Inhalte von Mietverträgen.” Und: “In Ordnung: ein Rundschreiben zur Treppenhausreinigung ohne Namen.” Dazu der Hinweis, statt “Frau Beispiel, Musterstraße 1” nur “[Mieterin A]” zu schreiben und den Namen erst im fertigen Brief wieder einzusetzen. Die Hausverwaltung legt den Entwurf dann ihrer Datenschutzberatung vor und passt ihn an.

Darauf sollten Sie achten

Varianten

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