sven seele.

EU AI Act für den Mittelstand. Was Sie wirklich tun müssen.

Artikel 4 KI-Kompetenz gilt seit 2. Februar 2025. Artikel 26 Betreiber-Pflichten ab 2. August 2026. Hier finden Sie, was das konkret für Ihr Büro heißt, branchenspezifisch und in pragmatischer Sprache.

// Die drei wichtigsten Artikel

Was Sie unmittelbar betrifft.

Artikel 4

KI-Kompetenz für Mitarbeitende

In Kraft seit 2. Februar 2025

Jeder Betreiber von KI-Systemen muss nachweisen, dass die Belegschaft ausreichende KI-Kompetenz besitzt. Pflicht zur Schulung, Dokumentation der Teilnahme, Themenliste angemessen zum Anwendungsfall.

Wer ist betroffen?
Jedes Unternehmen, das KI im Tagesgeschäft einsetzt (ChatGPT, Claude, Copilot, branchenspezifische Tools).
Konkrete Konsequenz
Bei Datenschutzvorfall fragt die Behörde den Schulungsnachweis ab. Versicherer (D and O, Cyber, Berufshaftpflicht) verlangen ihn zunehmend.
Schulungs-Modul 2 ansehen

Artikel 26

Betreiber-Pflichten für Hochrisiko-Systeme

In Kraft ab 2. August 2026

Erweiterte Dokumentationspflichten für Betreiber. Aufzeichnungen, Risikomanagement-Prozesse, technische Logs, Mitarbeiter-Unterrichtung gemäß Anbieter-Anweisungen.

Wer ist betroffen?
Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen. Für Standard-Büroautomatisierung (E-Mail-Triage, Dokumentenanalyse) gilt aktuell noch keine Einstufung als Hochrisiko, aber die Liste wird laufend erweitert.
Konkrete Konsequenz
Bei Verstoß bis zu 15 Mio. EUR oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Praktisch eher selektive Durchsetzung im KMU-Bereich.
Pilot-Vorgehen mit Audit-Trail

Artikel 50

Transparenz-Pflicht bei KI-Inhalten

In Kraft ab 2. August 2026

Wenn KI-generierte Texte oder Mediendateien an Endkunden gehen, müssen sie als KI-erzeugt kennzeichenbar sein. Gilt auch für Chatbots im Kundenkontakt.

Wer ist betroffen?
Jeder, der KI-Output direkt an Kunden oder Externe sendet (Mail-Triage-Antworten, Chatbot-Dialoge, Vertragsentwürfe an Mandanten).
Konkrete Konsequenz
Implementierungspflicht in den Workflow. Häufig durch Default-Disclaimer („Dieser Entwurf wurde von einem KI-Assistenten vorbereitet und vor Versand vom Sachbearbeitenden geprüft") gelöst.
Wie ich das in Piloten löse

// Zum Mitnehmen

Der erste Schritt ist eine Richtlinie, die ins Haus passt.

Sieben Seiten zum Ausfüllen: welche Werkzeuge freigegeben sind, welche Daten nie hineingehören, wer entscheidet, und eine Anwesenheitsliste für den Schulungsnachweis nach Artikel 4. Kostenlos, keine Anmeldung.

// EU AI Act FAQ

Die häufigsten Fragen zur Verordnung.

Was ist der EU AI Act?

Die EU-Verordnung 2024/1689 über Künstliche Intelligenz. Trat im August 2024 in Kraft, gilt schrittweise: Artikel 4 (KI-Kompetenz) seit Februar 2025, Artikel 26 (Betreiber-Pflichten Hochrisiko) und Artikel 50 (Transparenz) ab August 2026. Sanktionen bis 15 Mio. Euro oder 3 Prozent Jahresumsatz.

Bin ich von der EU-KI-Verordnung betroffen, wenn ich nur ChatGPT nutze?

Ja. Sie sind Betreiber, sobald Sie KI im Unternehmen produktiv einsetzen, unabhängig davon ob Sie ein Modell trainieren oder nur nutzen. Artikel 4 (KI-Kompetenz-Schulung) gilt für jeden Betreiber ab dem ersten Mitarbeitenden, der KI im Job einsetzt.

Wann tritt der EU AI Act vollständig in Kraft?

Stufenweise. Artikel 4 zur KI-Kompetenz seit 2. Februar 2025. Verbote für Hochrisiko-Systeme seit Februar 2025. Artikel 26 (Betreiber-Pflichten) und Artikel 50 (Transparenz) ab 2. August 2026. General-Purpose-AI-Regeln ab August 2026. Vollständige Wirkung ab 2027.

Was kostet ein Verstoß gegen den EU AI Act?

Bis 35 Mio. Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes bei Verstößen gegen die KI-Verbote in Artikel 5. Bis 15 Mio. Euro oder 3 Prozent bei sonstigen Verstößen (Betreiber-Pflichten, Transparenz). KMU-Sanktionen werden aktuell selektiv durchgesetzt, aber die Aufsicht baut Kapazitäten auf.

Welche KI-Kompetenz-Schulung erfüllt EU AI Act Artikel 4?

Strukturierte Schulung mit Datum, Teilnehmerliste, Dauer, Themen, Materialien und Verständnisprüfung. „Angemessen für den Anwendungsfall" heißt: branchenspezifisch zugeschnitten. Eine YouTube-Tutorial-Pflicht reicht nicht. Modul 2 bei Sven Seele ist explizit für Artikel 4 ausgelegt, mit Teilnahme-Zertifikat tragfähig für Audits.

Brauche ich einen KI-Beauftragten im Unternehmen?

Nicht zwingend. Der EU AI Act schreibt keinen KI-Beauftragten wie der DSGVO den Datenschutzbeauftragten vor. Aber: Sie brauchen organisatorische Zuständigkeit für die KI-Compliance. In der Praxis übernimmt das oft die IT-Leitung oder der Datenschutzbeauftragte zusätzlich.

Sind Hausverwaltungs-KI-Helfer Hochrisiko-Systeme?

Aktuell nicht. Standard-KI-Anwendungen für Büroautomatisierung (E-Mail-Triage, Dokumentenanalyse, Standardantworten) fallen unter Standard-Risiko. Hochrisiko sind nach Anhang III explizit aufgeführte Einsatzbereiche (kritische Infrastruktur, Justiz, Strafverfolgung, etc.). Das gilt analog für Versicherungsmakler und Kanzleien.

Wie dokumentiere ich KI-Einsatz im Unternehmen rechtssicher?

Vier Bausteine. Erstens: Inventar aller eingesetzten KI-Tools mit Zweck und Datenklassifikation. Zweitens: AVV mit dem Anbieter, EU-Hosting bevorzugt. Drittens: Schulungs-Protokoll für Mitarbeitende. Viertens: Audit-Trail aller produktiven KI-Aktionen (Prompt, Output, menschliche Freigabe). Das Mindestmaß ist in einem Pilot bei Sven Seele eingebaut.

// Bereit für den ersten Schritt?

Ein Tag bei Ihnen vor Ort. Danach entscheiden Sie.